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Initiative gegen Schrottimmobilien
Stadtentwicklung & Bausubstanz

Initiative gegen Schrottimmobilien

Das Stadtbild von Sankt Andreasberg wird irritierend beeinflusst von Immobilien mit Leerstand, verfallenen Fassaden und zum Teil gefährlicher Bausubstanz. Eine Bürgerinitiative für die Zukunft der Bergstadt.

Auf einen Blick – Fakten zur Initiative

Name der Initiative
Initiative gegen Schrottimmobilien
Standort
Sankt Andreasberg
Ansprechpartner
HARZFUCHS andreasberg online
Kontakt
kontakt@harzfuchs.de

Leerstand und Verfallsimmobilien in Sankt Andreasberg – ein Thema für die Stadtentwicklung

In Sankt Andreasberg gibt es eine Reihe von Gebäuden, die seit vielen Jahren leer stehen und zunehmend verfallen. Einige davon befinden sich an exponierten Stellen und prägen dadurch das Erscheinungsbild einzelner Straßen und Bereiche der Bergstadt erheblich. Das Thema ist nicht neu. Der Umgang mit langjährigem Leerstand und problematischen Immobilien wurde bereits in der Vergangenheit öffentlich diskutiert. Gleichzeitig zeigt sich, dass Lösungen häufig schwierig sind: Eigentumsverhältnisse müssen geklärt, rechtliche Voraussetzungen geprüft und Zuständigkeiten abgestimmt werden. Hinzu kommen begrenzte finanzielle und personelle Möglichkeiten der öffentlichen Hand.

Dennoch stellt sich die Frage, ob und wie künftig systematischer mit solchen Immobilien umgegangen werden kann. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Sankt Andreasberg schlechtzureden. Im Gegenteil: Die Bergstadt besitzt ein außergewöhnliches Stadtbild, historische Bausubstanz und eine besondere touristische Attraktivität. Gerade deshalb sollte darüber gesprochen werden, wie Gebäude, die dauerhaft leer stehen und zunehmend verfallen, wieder einer Perspektive zugeführt werden können.

Nicht nur ein optisches Problem: Langjähriger Gebäudeleerstand kann weitreichende Folgen haben. Mit zunehmendem Verfall steigen die Kosten einer möglichen Sanierung, während die Chancen auf eine wirtschaftliche Wiedernutzung sinken. Im weiteren Verlauf können Immobilien zu einem Sicherheitsproblem werden oder schließlich nur noch mit erheblichem Aufwand erhalten beziehungsweise zurückgebaut werden. Für einen Tourismusstandort wie Sankt Andreasberg sind ein attraktives Stadtbild, gepflegte Ortslagen und eine lebendige Nutzung vorhandener Immobilien wichtige Standortfaktoren. Leerstandsmanagement ist deshalb nicht allein eine Frage der Ordnung oder Ästhetik, sondern auch ein Thema der Stadtentwicklung, des Tourismus, des Wohnens und der wirtschaftlichen Entwicklung.

Von einzelnen Problemfällen zu einem gemeinsamen Konzept: Ein sinnvoller Ansatz könnte darin bestehen, problematische Leerstands- und Verfallsimmobilien zunächst systematisch zu erfassen und nach nachvollziehbaren Kriterien zu priorisieren. Als besonders sichtbares Beispiel wird immer wieder das seit Jahren leerstehende Hotel Tannhäuser genannt. Es ist jedoch nur eines von mehreren Gebäuden, über deren Zukunft in Sankt Andreasberg gesprochen werden sollte. Auf Grundlage einer solchen Bestandsaufnahme könnte für die einzelnen Immobilien geprüft werden, welche Möglichkeiten tatsächlich bestehen: vom Gespräch mit Eigentümern über Verkauf, Sanierung und neue Nutzungskonzepte bis hin zu Förderprogrammen oder – sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind – ordnungs- und baurechtlichen Maßnahmen.

Bürgerinitiative statt Schuldzuweisung: Aus der aktuellen Diskussion ist die Idee entstanden, das Thema auch aus der Bürgerschaft heraus stärker voranzubringen. Eine Bürgerinitiative könnte Informationen zusammentragen, problematische Immobilien dokumentieren, Ideen für mögliche Nachnutzungen entwickeln und den Dialog mit Politik, Verwaltung und Eigentümern unterstützen. Hilfreich wäre dabei insbesondere die Mitwirkung von Menschen mit fachlichem Hintergrund – beispielsweise aus Architektur, Stadtplanung, Immobilienwirtschaft oder Recht.

Parallel dazu wird die Möglichkeit eines Einwohnerantrags an den Rat der Stadt Braunlage geprüft. Ziel wäre es, nicht einzelne Entscheidungen vorwegzunehmen, sondern einen strukturierten Umgang mit langjährigem Leerstand und problematischen Immobilien anzustoßen. Im Mittelpunkt könnte ein kommunales Konzept stehen, das Immobilien erfasst und priorisiert, Zuständigkeiten und Handlungsmöglichkeiten prüft und die Entwicklung besonders problematischer Objekte dauerhaft begleitet.

Es geht um die Zukunft der Bergstadt: Nicht jedes leerstehende Gebäude ist automatisch eine „Schrottimmobilie“. Nicht jeder Eigentümer kann ohne Weiteres zu einer Sanierung gezwungen werden. Und nicht für jedes Gebäude wird es eine schnelle Lösung geben. Gerade deshalb lohnt sich ein sachlicher und langfristiger Ansatz. Die entscheidende Frage lautet nicht, wer in der Vergangenheit zu wenig getan hat, sondern was Sankt Andreasberg künftig tun kann, damit jahrzehntelanger Leerstand nicht zwangsläufig in endgültigem Verfall endet. Sanierung, neue Nutzung, Verkauf und Investitionen sollten dabei möglichst Vorrang haben. Wo dies nicht möglich ist, müssen andere tragfähige und rechtlich zulässige Lösungen gesucht werden.

Offizieller Antrag

Einwohnerantrag gemäß § 31 NKomVG

Hier das offizielle Dokument zum Einwohnerantrag einsehen und herunterladen.

PDF herunterladen

Aushang & Informationsplakat

Informationsplakat Bürgerinitiative