Ein Winterfest halt ohne Schnee

Winterfest 2020 eben ohne Rudelrodeln  -

und sonst ganz nach Plan

 

Angesichts des Regens, der lauen Lüfte und der Wetterprognosen

fällt es den Bergstädtern schon ein bisschen schwer, an ein Winterfest

zu denken geschweige denn darüber zu reden.

Und doch, der Tenor aller Organisatoren und Beteiligten ist klar und unmissverständlich:

„Nun erst recht – das 124-jährige Winterfest in Sankt Andreasberg

wird gefeiert, auch ohne Rudelrodeln.“

Und auch das macht die Runde im Sankt:

„Wir haben schon so viele schöne und schneereiche Winterfeste gefeiert,

dass man auch ein solches ertragen kann“.

 

Fest steht in jedem Falle:

Der Winterfestumzug findet statt und noch vieles mehr.

Für den Umzug gibt es dabei nur eine Devise:

„Ziehen Sie an oder aus, was immer Sie wollen – nur mitmachen ist wichtig!“  

 

Im Übrigen ist das Programm ja sowieso nicht gefährdet.

Wer wissen möchte, wie die Sankt Andreasberger ihre Winterfeste im Schnee gefeiert haben,

dem sei die von Jochen Klähn zusammengestellte Ausstellung im Kurhaus-Foyer

wärmstens empfohlen, die am Samstag um 10.00 Uhr offiziell eröffnet wird.

 

 

So oder ähnlich hätte es sein können

„124 Jahre Winterfest“ in Bild, Text und Requisite

-  Ausstellungs-Eröffnung gut besucht

 

Eingerahmt von zahlreichen Interessenten und Gästen

gaben Bürgermeister Wolfgang Langer, Ortsvorsteher Karl-Heinz Plosteiner und

die Geschäftsführerin der Braunlage Tourismus Marketing GmbH, Cathleen Hensel

am Freitagabend den Weg in die von Stadtheimatpfleger Jochen Klähn

gestaltete Winterfest-Ausstellung frei und verliehen ihrer Freude

über den guten Besuch Ausdruck, auch oder erst recht über die großartige,

weil informative und unterhaltende Ausstellung,

für die sie Jochen Klähn ein großes Dankeschön abstatteten.

v. l.:  Karl-Heinz Plosteiner, Cathleen Hensel, Ratsherr Hans-Dieter Lambertz,

Bürgermeister Wolfgang Langer, Jochen Klähn, Teamleiterin Katie Humphrys und Uschi Klähn

Freude und Genugtuung bereitet die Ausstellung auch bei den zahlreichen

Ehemaligen des Ski-Clubs, zeigt sie doch anhand von Bildern und Dokumenten,

wie es auch in diesem Jahr hätte sein können,

wenn das Wetter denn so richtig mit gespielt hätte.

Dennoch war sich der Bürgermeister sicher.

„Mit dem bevorstehenden Programm werde man auch alle Skeptiker und Kritiker

überzeugen können, so wie die Winterfeste von Sankt Andreasberg immer überzeugt haben.“

 

Stadtheimatpfleger Jochen Klähn hat im Foyer mit viel Liebe zum Detail

ein überaus attraktive Auswahl an Dokumenten, Gegenständen, Wintersport-Accessoires

und Broschüren zu einer Dokumentation von 124 Jahren Winterfest

und Ski-Club Sankt Andreasberg zusammengestellt.

Dabei wird die Entwicklung vom ersten Schneeschuh bis zum modernen Ski

genau so gezeigt, wie der Werdegang des Skis oder des Skistiefels

über den Zeitraum von 124 Jahren oder die Höhepunkte der verschiedenen

Sankt Andreasberger Winterfeste von der Premiere im Jahres 1896 an bis in die heutige Zeit.

 

Auch die Geschichte des Ski-Clubs wird

anhand von unterschiedlichsten Dokumenten anschaulich nachgezeichnet.

Es ist dieses bereits die 34. Ausstellung dieser Art aus der Hand von Jochen Klähn.

 

  Die Vorsitzende des Ski-Clubs, Susanne Eine-Duderstaedt

dankte Jochen Klähn mit einem kleinen Geschenk

Doch wer da meint, die ganze Ausstellung sei längst ein „alter Hut“,

der kann sich gern eines Besseren belehren lassen.

Denn Jochen Klähn hat natürlich wieder die eine oder andere Überraschung eingebaut.

Selbstbewusstsein zeichnete die Bergstädter schon immer aus,

wie dieses Plakat aus den 1930er Jahren beweist.

Sankt Andreasberg feiert heuer 124 Jahre Winterfeste und damit auch die Erinnerung

an das erste im Deutschen Reich im Jahre 1896.

Lang, lang ist’s her, und dennoch - diese Zeitspanne

ist in dieser Ausstellung übersichtlich und spannend zusammengefasst.

 

Cathleen Hensel freute sich ebenfalls über diese Ausstellung und den Besuch.

Auch sie dankte Jochen Klähn und seinen Helfern

Mike Christes und Siegfried Küßner für die großartige Arbeit.

Dem Dauerregen draußen musste man sich natürlich auch zuwenden.

Wolfgang Langer gab dann auch bekannt, dass man auf den Winterfestumzug

angesichts dieses Wetters verzichten müsse.

Eine richtige Entscheidung, wie die Mehrheit der anwesenden Besucher anerkannte.

 

Dauerregen statt Schneevergnügen

 

Das Winter-Gespannfahrertreffen des Motorsportclubs Sankt Andreasberg

muss schon über große Anziehungskraft verfügen, wenn mehr als 60 Biker

aus allen Teilen Deutschlands, darunter auch mindestens 30 aus den Niederlanden,

bei solchem Wetter den Weg in die Bergstadt gefunden haben.

Eine dennoch wieder prächtige Zeltstadt

Natürlich hätten sie ihre Zelt-Behausungen gern auf Schnee errichtet,

aber die Zeltstadt auf der Kurhauswiese konnte sich dennoch sehen lassen.

Und für einigermaßen gute Laune sorgten die MSC-ler ja auch.

 

Bedauert wurde allerdings die Absage für den Winterfestumzug,

den die Gespannfahrer nur zu gerne wieder lautstark unterstützt hätten.

 

 

 Die Bühne draußen war bestens besetzt.

Was tun, wenn strömender Regen das diesjährige Winterfest so versaut,

wenn der Festumzug abgesagt werden musste und wenn sich

auch sonst kaum jemand dem Festvergnügen hingeben möchte?

 

Nun die Blaskapelle des Waldarbeiter-Instrumental-Musikvereins und

die Sankt Andreasberger Hexen versuchten zumindest einigermaßen

gegen die miese Stimmung anzukämpfen.

Gemeinsam besetzten sie die Konzertbühne draußen vor dem Kurhaus, um denen

zu helfen, die das Steigerlied gern als immaterielles Kulturerbe geadelt sehen wollen.

 

Und tatsächlich gab es im strömenden Regen sogar einige vor der Bühne,

die das Lied mit schmetterten.

Also, wenn soviel Einsatz und Enthusiasmus

nicht zum Ziele führen muss, was dann.

 

 

Ski-Club sorgt mit Indoor-Sommer-Biathlon für sportliches Leben

 

Was tun bei einem solch verregneten Winterfest ?

Der Ski-Club servierte eine Antwort und damit zugleich auch

richtig spannendes und fröhliches Sport-Geschehen.

Freilich dazu brauchte es schon viel Einfallsreichtum und noch mehr Engagement.

Denn natürlich war dieser Indoor-Sommer-Biathlon ein Novum

in der Vereinsgeschichte des Ski-Clubs, das aber bei aller Entschlossenheit

und dem großen Engagement der Mannschaft um die Ski-Club-Vorsitzende

Susannen Eine-Duderstaedt, allen Beteiligten neben dem

notwendigen Ehrgeiz auch viel Freude bereitete.

 

Das Einschießen vor dem Start war für alle Pflicht

Auf kurzfristig in Eigenleistung hergestellten Ski, mit Teppich belegt,

hieß es für die Teilnehmer auf einem ausgeflaggten Kurs im Kursaal

die Runden zu bewältigen und mit den vom Ski-Club Buntenbock

ausgeliehenen Lasergewehren die fünf Scheiben zu treffen.

 

Natürlich musste der Skiausrüstung viel Aufmerksamkeit gewidmet werden

Insgesamt 10 Mannschaften waren am Start,

Vereinsmannschaften genauso wie Familien-Teams.

Dass dabei nicht unbedingt neue Talente für den Biathlonsport entdeckt wurden,

konnte natürlich auch nicht erwartet werden.

Dennoch verblüfften doch einige der Teilnehmer

mit ihren ausgezeichneten Schießleistungen.

 

Voller Einsatz

Sieger und Platzierte gab es natürlich auch, und die waren

bei den Vereinsmannschaften die Ski-Club-Mannschaft mit der Familie Böhm

vor den Küsters und der Tanz- und Theater-Truppe.

Im Wettbewerbe der Familien siegten die Wildenhayns

vor der Mannschaft Letor 1 und Letor 2.

 

Am Ende waren sich alle einig: das war ein toller Wettbewerb,

der allen in bester Erinnerung bleiben wird.

 

Meine Anmerkung:

Gegen Klima-Launen hilft kein Jammern !

Hier hat der Ski-Club Sankt Andreasberg mit Ideen

das richtige Rezept demonstriert ! / PS

Bild und Ton: Karl-Heinz Siebeneicher

Peter Spei

harzfuchs@web.de